Diese Wärmepumpen gibt es

Wärmepumpen haben sich als Kernkomponenten moderner Heizsysteme etabliert. Sie sind umweltfreundlich, hocheffizient und sparen Heizkosten. Praktisch alle Neubauten in der Schweiz werden damit ausgestattet. Auch für Modernisierungen oder Sanierungen ist eine Wärmepumpe meist die ideale Lösung. Doch welche Arten von Wärmepumpen gibt es? Und welche ist optimal für das jeweilige Gebäude? Hier ist ein Leitfaden für die richtige Wahl.

Text – Thomas Bürgisser

12.10.2020

Sieht man sich den Energiebedarf eines Gebäudes an, so gehen gut drei Viertel davon auf Kosten von Heizung und Warmwasser. Der Rest wird – meist – mit Strom aus dem Netz gedeckt. Die Wahl des richtigen Heizsystems spielt also eine entscheidende Rolle. Es trägt viel zur Wohn- und Lebensqualität bei. Es schafft Unabhängigkeit von Öl- und Gaspreisen. Und es schont langfristig nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie. Gute Gründe also, mehr über Wärmepumpen zu erfahren.

Mit einer Wärmepumpe wird dem Heizsystem Umweltwärme zugeführt – aus der Luft, aus der Erde oder aus dem Wasser. Man spricht deshalb auch von Luft-, Erd- und Wasserwärmepumpen. Das Prinzip ist aber bei allen gleich: Die Wärmepumpe entzieht der Umgebung thermische Energie, mit welcher der Wärmespeicher im Haus – also der Boiler – auf die optimale Temperatur gebracht wird. Heizwärme sowie Warmwasser stehen damit umweltverträglich und kostengünstig zur Verfügung.

Welche Art von Wärmepumpe ist die richtige?

Die Antwort auf diese Frage hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten sind die Art des Gebäudes sowie der Standort. Weitere Aspekte sind der Energiebedarf, die gewünschte Effizienz und natürlich das Kostendach. Ihr Heizungsspezialist wird diese Kriterien bei der Planung einfliessen lassen und Ihnen eine der drei folgenden Arten von Wärmepumpen empfehlen:

Die Luft/Wasser- oder einfach Luftwärmepumpe. Sie entzieht der Umgebungsluft Wärme durch ein Ventilatorsystem. Das funktioniert bis zu einer Temperatur von –20 Grad. Diese Variante kommt am häufigsten zum Einsatz. Die Installation ist meist einfach, weil wenige bauliche Massnahmen nötig sind. Zudem ist sie preislich attraktiv und bei einer Modernisierung oder einer Sanierung oft die ideale Lösung. Und sie lässt sich leicht mit weiteren Energiemassnahmen wie zum Beispiel Photovoltaik kombinieren.

Die Sole/Wasser- oder Erdwärmepumpe. Sie kann dann die richtige Wahl sein, wenn die Bodenbeschaffenheit es zulässt. Für die Nutzung der Erdwärme gibt es zwei Möglichkeiten: mit Erdkollektor oder mit Erdsonde. Der Erdkollektor wird in einer Tiefe von etwa 1,5 Meter horizontal verlegt. Diese Variante bedingt jedoch, dass das Grundstück gross genug ist. Die Alternative ist eine Erdsonde, die senkrecht bis in eine Tiefe von 250 Meter in die Erde eingelassen wird. Als Wärmeträger wird in beiden Fällen frostsichere Sole verwendet. Die Erdwärmepumpe ist vor Umwelteinflüssen besonders gut geschützt und gilt deshalb als sehr betriebssicher.

Die Wasser/Wasser- oder Wasserwärmepumpe. Sie nutzt Wasser als Wärmequelle mithilfe eines unterirdischen Brunnens, aus dem Grundwasser an die Oberfläche geleitet wird, dem man thermische Energie entzieht. Anschliessend wird das Grundwasser wieder zurückgeführt. Diese Variante gilt als sehr effizient, da Grundwasser konstant eine Temperatur von mehr als 10 Grad aufweist. Eine Wasserwärmepumpe lässt sich fast überall realisieren – mit Ausnahme von einigen Bergregionen –, da der Grundwasserspiegel meist in einer Tiefe von 5 bis 30 Meter liegt. Die Initialkosten für diese Variante sind zwar etwas höher, werden aber durch die hohe Betriebseffizienz schnell kompensiert.

Mit einer Wärmepumpe wird dem Heizsystem Umweltwärme zugeführt – aus der Luft, aus der Erde oder aus dem Wasser.

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